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Impressionen

 

JASEMBA EXPEDITION 2007

 

AKTUELLER EXPEDITIONSBERICHT


Sand in Taufers/Südtirol: 23. Mai 2007

Alpinismus: Die beiden Extrembergsteiger Kammerlander und Unterkircher besteigen den JASEMBA 7.350m in Nepal.

Die Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander und Karl Unterkircher haben den JASEMBA, einen 7.350 Meter hohen, bisher unbestiegenen Berg in Nepal, an der Grenze zu China, ganz in der Nähe des bekannten Nang-Pala Passes, erfolgreich bestiegen.



Die beiden haben den Gipfelerfolg Luis Brugger gewidmet, der letztes Jahr während des zweiten Besteigungsversuchs des JASEMBA mit Hans Kammerlander tödlich verunglückt ist.

Der 50-jaehrige Kammerlander hat sich, nachdem er 13 von 14 Achttausendern bestiegen hatte und vom Mount Everest 1996 als erster Mensch, auf Skiern abgefahren war, den noch unbestiegenen, technisch schwierigen Bergen verschrieben. Der 36-jaehrige Karl Unterkircher lebt mit seiner Frau Silke und den Kindern Alex und Miriam in Wolkenstein. 2004 bezwang er innerhalb weniger Wochen den Everest und den K2.

''Es war die schwierigste aber auch schönste Expedition meiner bisherigen Bergsteigerkarriere. Als wir auf dem Gipfel des JASEMBA um ca. 15Uhr Ortszeit, am Dienstag 22. Mai gestanden sind, nach einem extrem harten Aufstieg vom Lager eins auf 6.100m und schwierigster 13stündiger Kletterei, haben wir sofort auch an Luis Brugger gedacht, der auf diesem Berg voriges Jahr verunglückt ist'', erzählt Kammerlander am Satellitentelefon.




''Seit drei Jahren habe ich mit diesem wunderschön geformten Berg in Nepal gerauft. Beim dritten Versuch nun hatten wir endlich Glück - auf dem "Glücksberg", wie die Einheimischen den JASEMBA nennen'', fährt der Ahornacher fort. ''Ich hatte großen Respekt, aber erst dieses Jahr, als wir im oberen Teil der Wand geklettert sind, habe ich verstanden, wie schwierig der JASEMBA wirklich ist.''

''Die Wand ist mit der Eigernordwand zu vergleichen, nur dass sie viel höher, viel schwieriger ist und über der 6.000m Grenze liegt", erklärt Kammerlander.
Der Abstieg heute morgen, wäre uns dann fast noch zur tödlichen Falle geworden. ''Eine Lawine hatte unter unserem Lager eins, auf rund 6.100m Seehöhe alle Fixseile weggefegt. Wir mussten uns daraufhin in einer gefährlichen Aktion über die Spiegelglatte Eisflanke abseilen, wo wir in den letzten 2 Wochen immer wieder Auf- und Abgestiegen sind'', so der Extrembergsteiger.



Heute um ca. 13Uhr Ortszeit(am 23. Mai), erreichten Kammerlander und Unterkircher völlig ausgepowert und abgekämpft das Basislager auf 5.200m am Fuße des JASEMBA, wo Ihnen die ebenso begeisterte Köchecrew, welche den oberen Aufstieg der beiden Bergsteiger Richtung Gipfel durch ein Zeiss-Fernglas beobachten konnten, warmen Tee zur erfolgreichen Gipfelbesteigung servierten. Die nächsten 2 Tage werden sich die Bergsteiger ein wenig erholen, bevor sie die Heimreise antreten werden.

''Es war ein wunderschöner Dienstag. Karl war großartig. Das Glück war heuer endlich auf unserer Seite. Der JASEMBA mit seinen 7.350 Metern, ist ab nun der Berg von
Luis Brugger'', fügt Hans Kammerlander hinzu.

Mittwoch, 16.05.
Die beiden Südtiroler Bergsteiger sind wieder ins Basislager abgestiegen, um etwas auszuruhen und auf besseres Wetter zu warten. Bis ca. 6.700 mt sind nun Fixseile verlegt. Den restlichen Teil der Strecke bis zum Gipfel werden Kammerlander und Unterkircher ohne Fixseile klettern. Im Moment ist die Wettersituation in ganz Nepal nicht besonders günstig, am Morgen gibt es meist Sonnenschein, am Nachmittag fängt es immer wieder an zu schneien. Am Berg liegt inzwischen ziemlich viel Schnee und die Lawinengefahr hat sich erhöht. Zur Zeit ist auch keine Wetterbesserung in Sicht, die den Gipfelsturm erlauben würde. Im Moment heißt es Geduld haben und abwarten.

Montag, 14.05.
Karl Unterkircher und Hans Kammerlander werden heute wieder zum Lager 1 aufbrechen und die nächsten 3 Tage dort oben verbringen. Sie werden sich nach weiter oben vorarbeiten und Fixseile verlegen. Nach diesen 3 Tagen werden Karl und Hans wieder ins Basislager zurückkehren und auf gutes Wetter warten, bevor sie den Gipfelsturm wagen. Im Moment schneit es am Jasemba viel. Das ist zwar nicht problematisch, aber doch eher lästig. Die Motivation der beiden Bergsteiger ist hoch!

Sonntag, 13.05.
Hans Kammerlander und Karl Unterkircher sind am 12.05. bei dichtem Schneefall ins Basislager zurückgekehrt. Zuvor hatten Sie Lager 1 auf 6.050 mt. optimal einrichten können. Die beiden Südtiroler Bergsteiger haben 2 Tage und Nächte dort, zwecks Akklimatisierung verbracht. In diesen beiden Tagen haben Sie auch noch einige Meter Fixseil am Berg angebracht. Beide Bergsteiger sind wohlauf.

Kameramann Hartmann Seeber und der Bruder des im letzten Jahr tödlich verunglückten Lois Brugger, Ernst Brugger sind am Samstag in Kathmandu eingetroffen. Sie werden dem Waisenhaus von Hans Kammerlander noch einen Besuch abstatten bevor Sie am 17.05. zurück nach München fliegen.

Montag, 07.05.
Hans Kammerlander, Ernst Brugger und Hartmann Seeber sind wohlbehalten im Basislager angekommen. Alle Teilnehmer sind wohlauf. Am Jasemba liegt in diesem Jahr etwas mehr Schnee als im vorigen und das Wetter ist ziemlich wechselhaft. Unter tags ist es meist windig und sonnig, abends setzt meist leichter Schneefall ein. Für morgen wird auch Karl Unterkircher im Basislager des Jasemba erwartet.

Hans Kammerlander inspiziert in der Zwischenzeit die Fixseile, die letztes Jahr am Berg verlegt wurden und wird auch sonst die Verhältnisse am Berg auskundschaften.

 

Samstag, 28.04.

Die 3 Südtiroler sind von Kathmandu Richtung Lukla aufgebrochen. Von dort geht es weiter zum Basislager des Jasemba, das sie in ungefähr 4 bis 5 Tagesmärschen erreichen dürften.

 

Donnerstag, 26.04.

Am 26. April ist Hans Kammerlander in Kathmandu angekommen. Sein langjähriger Freund Tashi Jangbu Sherpa, der auch gleichzeitig seit Jahren alle Formalitäten sowie andere anfällige Vorbereitungen für die Expeditionen trifft (Zelt, Koch, Trager u.v.a.m.), überraschte Hans mit einer Feier, nachträglich zu seinem 50. Geburtstag am 06.12.2006.

Leider konnte Tashi damals nicht an den Feierlichkeiten hier in Südtirol teilnehmen, ließ es sich aber nicht nehmen für seinen Freund eine Überraschungsfeier mit Geburtstagskuchen zu organisieren. Tashi Jangbu Sherpa ist der Besitzer der Reiseagentur Everest Trekking in Kathmandu (e-mail: ettashi@mos.com.np)

 

Mittwoch, 25.04.

Hans Kammerlander, Ernst Brugger und Hartmann Seeber starten vom Flughafen München Richtung Kathmandu zur nächsten Expedition. Hans Kammerlander wird erneut versuchen, den 7350 mt hohen Jasemba Peak/Nepal zu besteigen.

 

 

DIE EXPEDITION: HANS KAMMERLANDER PLANT ERSTBEGEHUNG AN EINEM
HIMALAYA-RIESEN


Hans Kammerlander will gemeinsam mit Karl Unterkircher ca. Mitte Mai den Gipfelsturm versuchen. Mit im Gepäck ist eine Kerze für Luis Brugger, der am 11. Mai des vergangenen Jahres am Jasemba abgestürzt ist. "Auch wenn sie nur Sekunden brennt - ich möchte kurz mit Luis in Kontakt treten" sagt Hans Kammerlander.

Bis ins Basislager wird er auch von Ernst Brugger, dem Bruder von Luis Brugger, begleitet. Ernst Brugger möchte sich einen Eindruck von der Umgebung, von der Welt, in der sein Bruder so tragisch verunglückt ist verschaffen.
 

 

EXPEDITIONSTEILNEHMER


Unterkircher Karl, Seeber Hartmann, Brugger Ernst und
Hans Kammerlander
 

 

JASEMBA


Das Massiv ist ein Blickfang für jeden Bergsteiger. Ein Berg von formvollendeter Schönheit. Steil aufragend, freistehend, endlose, eisige Flanken nach allen Seiten hin und - nach Süden gerichtet - ein mächtiger Pfeiler, der geradewegs zum Himmel aufragt.

Der Name dieser geheimnisvollen Schönheit: Jasemba, 7350 Meter über dem Meeresspiegel. Lage: Nepal, Himalaya, Solo-Khumbu-Gebiet, Hauptgipfel des Nanpai Gosum Massivs, einem Ausläufer des 8153 Meter hohen Cho Oyu; die chinesisch-nepalische Grenze verläuft genau über den Gipfel des Jasemba.

Der Gipfel wurde wahrscheinlich von der chinesischen Nordseite her bereits einmal bestiegen, möglicherweise jedoch ohne entsprechende Genehmigung - vermutet die Himalaya-Expertin und Statistikerin Elizabeth Hawley aus Kathmandu. Die nepalische Regierung hat den Gipfel von der Südseite her erst 2003 zur Besteigung frei gegeben. Grund für das bis dato geltende Verbot war vor allem die direkte Nähe zur chinesischen Grenze.

Der kulturhistorische Hintergrund in der Gegend des Jasemba ist enorm. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt der Nangpa La. Dieser 5716 Meter hohe Pass ist ein uralter Übergang von Tibet nach Nepal. Er ist der höchstgelegene Handelsweg im Himalayagebirge und wird noch heute regelmäßig begangen.